Heute zeige ich dir, wie du ganz einfach aus einem ausgemusterten Kleid ein Blusenshirt nähen kannst.

Vorher

Bei meiner Kleiderschrank-Ausmistaktion musste ich leider dieses schöne Kleidchen aussortieren:

Es hat mir einfach nicht mehr gepasst :( Zum Weggeben fand ich es aber viel zu schade. Also habe ich nach einem einfachen Schnittmuster für ein Blusenshirt gesucht und mein Kleid vorsichtig auseinandergenommen.

Beim Schnittmuster habe ich mich für das Inari Tee Dress von Named Clothing entschieden. Den Schnitt kann man entweder als Kleid oder als Crop Top nähen. Die Crop Top Variante hat es mir schon länger angetan. Mir gefallen vor allem der kastige Schnitt und die relativ großzügig geschnittenen Ärmel. Nur mit der Länge war ich mir nicht so ganz sicher: Ein Crop Top habe ich zum letzten Mal Mitte der Neunziger getragen :D Damals hieß das noch „bauchfreies Top“ und war unwahrscheinlich cool! Damals habe ich solche Oberteile natürlich noch so getragen, dass man den Bauch auch sehen kann. Figur- und alterstechnisch geht das heute eher nicht mehr… Aber ich habe ein paar Röcke und Hosen, die in der Taille sitzen und bisher kein passendes Oberteil dafür. Da die Teile alle gemustert sind, passte auch der weiße Stoff von meinem Ausgangs-Kleidchen gut.

Inari Tee weiß mit Stickerei refashion upcycling

So geht’s:

Wenn du auch ein Kleid zu einem Shirt umarbeiten willst, gehst du am besten so vor:

Als erstes nimmst du dein Kleid vorsichtig auseinander. Entweder du verwendest einen Nahtauftrenner und trennst alle Nähte auf. Oder du nimmst eine Stoffschere und schneidest dein Kleid vorsichtig auseinander. Am besten bügelst du danach alle Einzelteile, das macht es einfacher, deine Schnittmusterteile aufzulegen und die Teile für dein neues Kleidungsstück zuzuschneiden.

Inari Tee weiß mit Stickerei refashion upcycling

Der Rockteil meines Kleides war gerade groß genug, dass das Vorder- und Hinterteil vom Inari Tee „aufs Lecken“ darauf gepasst haben. Den unteren Saum mit der Blumenstickerei habe ich natürlich erhalten. Der Rockteil von meinem Kleid hatte einen Unterrock, da der Oberstoff sehr dünn und durchsichtig ist. Mein Inari Tee sollte auch ein Futter bekommen. Also habe ich Vorder- und Rückteil auch aus dem Futterstoff zugeschnitten. Auch hier habe ich den unteren Saum erhalten.

Die Schnitteile für die Ärmel haben auch gerade so auf die ursprünglichen Ärmel gepasst. Ich konnte sie sogar so zuschneiden, dass ich die ursprünglichen Ärmelsäume erhalten konnte. Die Ärmel habe ich nicht gefüttert.

Inari Tee weiß mit Stickerei refashion upcycling

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Oberstoff und Futter verbinden

Zuerst habe ich jeweils die Schulter- und Seitennähte von Shirt und Futter geschlossen. Da mein Stoff sehr fein und durchsichtig war, habe ich französische Nähte verwendet. Die tragen weniger auf als eine Overlocknaht. Dann habe ich Shirt und Futter am Halsausschnitt verstürzt und den Ausschnitt ungefähr einen Zentimeter neben der Kante abgesteppt.

Inari Tee weiß mit Stickerei refashion upcycling

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Dann habe ich die Ärmelausschnitte von Shirt und Futter vorsichtshalber in der Nahtzugabe zusammengeheftet, dass mir beim Ärmel einsetzen später nichts verrutscht. Dann musste ich die Ärmel nur noch zusammennähen und einsetzen.

Inari Tee weiß mit Stickerei refashion upcycling

Ich war mir nicht ganz sicher, ob ich mich in so einem kurzen Shirt wohlfühlen würde. In den letzten Jahren hatte ich mich eher an die überlangen Oberteile gewöhnt. Aber ich muss sagen, ich finde mein neues Blusenshirt super und fühle mich in dem Schnitt pudelwohl. Natürlich braucht es dafür auch eine hochgeschnittene Hose oder einen Rock, der in der Taille sitzt :D

Inari Tee weiß mit Stickerei refashion upcycling

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Besonders cool finde ich die Ärmel. Da ich sie nicht gefüttert habe, sind sie transparenter als der Rest vom Shirt.

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Verlinkt bei Du für Dich am Donnerstag und Sew La La